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Allgemeine Informationen zu Antigen-Schnelltests

Anders als PCR-Tests, die direkt Virus-DNA/RNA nachweisen, untersuchen Antigenschnelltests auf SARS-CoV-2 das Vorhandensein des Virusproteins (Antigene, S- oder N-Gen) des SARS-CoV-2. Sie haben den Vorteil, dass Sie schnell und einfach handhabbar sind. In der Regel sind die Ergebnisse innerhalb von 20-30 Minuten da.

Damit die Schnelltests aber ein korrektes Ergebnis anzeigen, müssen unbedingt die Handlungsanweisungen des Herstellers in der Packungsbeilage beachtet werden. Wenn man den Test demnach inkorrekt ausführt, kann das zu Verfälschungen der Testergebnisse kommen.

Mögliche Falschanwendungen sind zum Beispiel:

  • Falscher Probeentnahmeort, z.B.
    • Mund statt vordere Nase,
    • Stäbchen nicht an die Nasenwand gebracht
  • Längeres oder kürzeres Warten auf das Ergebnis als vom Hersteller angegeben
  • Falsche Lagerung der Tests (trocken, sonnengeschützt, in Zimmertemperatur lagern)

Am Ende gilt immer, die Packungsbeilage vor Benutzen durchzulesen. Nur bei korrekter Anwendung der Tests, kann auch ein richtiges Ergebnis angezeigt werden.

Ein positiver Schnelltest sollte immer mit einem PCR-Test bestätigt werden. Ein erneuter (negativer) Schnelltest kann den Verdacht bei positivem Ergebnis auch nicht entkräftigen.

Schnelltests auf SARS-CoV-2 haben unterschiedliche Merkmale, die wichtig sind. Sie besitzen eine vom Hersteller in Studien, mit Personen mit Symptomen berechnete Spezifität und Sensitivität. Diese Zahlen können bei Personen ohne Symptome demnach abweichen.
Hat man einen anderen Keim in der Nase/im Mund, kann das Testergebnis auch verfälscht werden. Das passiert bei PCR-Tests nicht.

Folgende Beispiele mit fiktiven Zahlen zeigen auf, was diese beiden Werte bedeuten:

Spezifizität:
Bei 230 Personen wird ein Schnelltest und daraufhin ein PCR-Test gemacht. Bei 100 Personen zeigt der Schnelltest ein positives Ergebnis, das wiederum auch mit einem PCR-Test bestätigt wurde. Bei 20 Personen zeigt der Schnelltest ein negatives Ergebnis, obwohl die Person durch einen PCR-Test bestätigt infiziert ist. Der Test hat eine Spezifität von 83,34 % (100/120). Je höher die Spezifität ist, desto weniger sind die „falsch-positiven.“

Schnelltest positiv Schnelltest negativ
PCR-positiv 100 20
PCR-negativ 10 100

Sensitivität:
Nehmen wir dieselben Zahlen und möchten erfahren, wie viele Personen, die nicht infiziert sind, dies auch im Schnelltest angezeigt bekommen. Bei 100 Personen zeigt der Schnelltest ein negatives Ergebnis, das auch der PCR-Test bestätigt. Bei 10 Personen zeigt der Schnelltest ein positives Ergebnis, obwohl die Person nicht infiziert ist. Der Test hat eine Sensitivität von 90,90 % (100/110).

Ag-positiv Ag-negativ
PCR-positiv 100 20
PCR-negativ 10 100

Man vergleicht hier die Ergebnisse der Schnelltests mit dem PCR-Test, da dieser die Goldstandard-Methode ist.

Ein Schnelltest soll sowohl eine gute Spezifität als auch eine gute Sensitivität aufweisen. Das BfArM untersucht dies und lässt diese zu, die den Anforderungen genügen.

Ebenso weisen Schnelltests das Virusprotein nur dann nach, wenn genügend Viruslast in der Probe ist. Die Viruslast kann mit dem sogenannten Cycle Threshold (Ct)-Wert dargestellt werden. Der Wert ist jedoch sehr unsicher, da viele Faktoren (Probenmethoden, Lagerdauer, Labormethode) von ihm abhängen. Ein Ct-Wert erhält man nur bei einem PCR-Test. Bei einem Schnelltest kann man demnach nicht bestimmen, wie viel (ungefähr) Viruslast noch in der Probe zu finden ist. Je höher der Ct-Wert ist, desto weniger Viruslast ist vorhanden.


Kissler et al. (2020). SARS-CoV-2 viral dynamics in acute infections. PrePrint: doi: https://doi.org/10.1101/2020.10.21.20217042 (Rahmen selbst eingefasst)

Verschiedene Schnelltests erkennen das Virusprotein erst bei einer Viruslast gleichbedeutend mit einem Ct-Wert von 25-35. Dieser Bereich kann sich je nach Schnelltest unterschieden.

Da ein Test immer nur das Ergebnis zum Zeitpunkt der Testung anzeigt, und auch nur innerhalb dieses Bereichs das Virusprotein erkennt, ist ein negativer Test allemal ein Hinweis, aber keine Garantie, dass keine Infektion vorliegt. Sie könnten trotzdem mit einer geringen Viruslast mit dem SARS-CoV-2 infiziert sein. Damit genügend Viruslast zum Nachweis vorhanden ist, vergehen meist einige Tage.

PCR-Tests können das SARS-CoV-2 bei einem bereits größeren Bereich von Ct-Werten, d.h. möglicherweise bereits in der Phase, in der Sie noch nicht infektiös sind.

Wann ist ein Test positiv/gültig?

Bei einem Test muss immer der Kontrollstreifen (C) erscheinen. Ist dieser nicht da, ist der Test ungültig, also weder positiv noch negativ. Er sollte dann mit einem neuen Schnelltest wiederholt werden. Erscheint beim Teststreifen (T) auch ein Streifen, auch ein leichter (!), ist man positiv im Schnelltest.

positiver Test
negativer Test
ungültiger Test

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